Handelskredite als günstige Händlerkredite nutzen

· Handelskredite als günstige Händlerkredite nutzen
Was sind die Vorteile und Nachteile?

Auch Gewerbetreibende müssen nicht immer Bankkredite nutzen, wenn zum Beispiel der Kauf von bestimmten Waren finanziert werden soll. Auch wenn nach wie vor viele Händler einen Bankkredit nutzen, zum Beispiel in Form eines Kontokorrentkredites, um die Finanzierung von Waren vornehmen zu können, so gibt es mit dem Handelskredit auch noch Alternativen, die in der Praxis ebenfalls nicht selten genutzt werden.

Auch wenn es sich vom Namen her so anhört, als wenn der oftmals ebenso als Lieferantenkredit bezeichnete Händlerkredit ein Bankdarlehen ist, so handelt es sich dennoch nicht um einen Kredit im klassischen Sinne. Es ist also beim Händlerkredit nicht so, dass zum Beispiel die Bank deshalb einen Kredit vergeben würde, damit der Kreditnehmer damit den Einkauf von Waren finanzieren kann, die er im Zuge seiner Geschäftstätigkeit benötigen würde.

Vielmehr ist es so, dass der "Kreditgeber" beim Händlerkredit der Händler ist, und zwar konkret der Lieferant der Waren. Der eigentliche Kredit besteht darin, dass der Lieferant nicht darauf besteht, dass seine an den Käufer gelieferten Waren sofort bezahlt werden müssen. Der Kredit ist also eigentlich ein Zahlungsaufschub, den der Lieferant seinem Kunden und gleichzeitigem Käufer gewährt. Dennoch kann der Händlerkredit als solcher bezeichnet werden, denn bei einem Kredit muss es sich keineswegs zwangsläufig um das Verleihen von Kapital handeln. In der Praxis kommt ein solcher Lieferantenkredit relativ häufig zum Einsatz und ist bei vielen Gewerbetreibenden bereits Standard, wenn es um verschiedene Geschäfte geht.

Der große Vorteil für den Käufer der Waren besteht beim Händlerkredit zunächst einmal darin, dass es sich dabei um einen kostenlosen Zahlungsaufschub handelt, denn im Vergleich zum Bankkredit verlangt der Lieferant keine Zinsen oder Ähnliches. Durch das eingeräumte Zahlungsziel, welches zum Beispiel drei Monate ab Warenlieferung betragen kann, hat der Käufer in der Praxis sogar die Möglichkeit, die erhaltenen Waren schon bevor er diese bezahlen muss an seine Kunden weiter zu verkaufen.

Auf diese Weise gibt es keine finanziellen Engpässe und Kosten entstehen dem Käufer auch nicht, wie es zum Beispiel bei der Nutzung des Kreditrahmens der Fall wäre, der als Kontokorrentkredit bei der Bank zur Verfügung stehen würde. Einen Anreiz, den eingeräumten Zahlungsaufschub dennoch nicht zu nutzen, gibt es für den Käufer dennoch. Denn viele Lieferanten geben ein Skonto von zum Beispiel drei Prozent, falls die Waren doch innerhalb von 14 Tagen bezahlt werden.